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Fotomuseum

Fotografen des Orients

(hier entsteht ein Verzeichnis wichtiger Orientfotografen)



ABDULLAH Frères

Im Jahr 1856 eröffnete der deutsche Chemiker Rabach, der nach dem Krimkrieg in das osmanische Reich kam, in Konstantinopel das erste fotografische Studio, in dem der Miniaturmaler Vichen Abdullah als Retuschierer tätig war. Nach der Rückreise Rabachs in seine Heimat (1858) übernahmen die Brüder Viçen (auch Vhichen, Vichen) (1820–1902), Hovsep (1830–1908) und Kevork Abdullah (1839–1918) das Atelier, welches sie schließlich 1867 an Andreomenos verkauften. Die Abdullahs, ursprünglich von armenischer Abstammung, änderten ihren Namen, und konvertierten zum Islam. Nach dem Verkauf eröffneten sie ein eigenes, ihren Namen tragendes Studio in Péra. Neben der Herstellung von fotografischen Aufnahmen lehrten sie auch zahlreiche Schüler das Verfahren. 1867 wurden ihre Werke auf der Pariser Weltausstellung im türkischen Pavillon präsentiert und konnten bei den Besuchern großes Interesse erwecken. So kam es, dass sie nicht nur im osmanischen Reich, sondern auch in anderen Teilen der Welt Bekanntheit erlangten. Im Jahr 1863 wurden die Brüder von Sultan Abdulaziz zu dessen Hoffotografen ernannt. Sein Nachfolger, Sultan Abdulhamid II., war ein großer Förderer des Verfahrens und setzte sich sogar persönlich mit dem Medium auseinander. Er beauftragte die Brüder Abdullah und andere Fotografen damit, das Osmanische Reich zu durchreisen und Aufnahmen von architektonischen Monumenten, landschaftliche sowie folkloristische Besonderheiten und bildliche Berichterstattungen von verschiedenen politischen Ereignissen herzustellen. Auf diese Weise entstand im Laufe der Zeit eine enorme Anzahl an Lichtbildern. Einige ließ der Sultan zu großen Alben zusammenstellen, die er anschließend anderen Staatsoberhäuptern als Geschenk zukommen ließ.
1886 eröffneten die Brüder ein weiteres Studio in Kairo, welches sie aber bereits 1895 schlossen. Unter ihren zahlreichen Aufnahmen sind außerdem Porträts vom österreichischen Kaiser Franz Joseph, dem schwedischen König Gustav II., der französischen Kaiserin Eugenia, und vielen anderen zu finden, die während der königlichen Besuche des Osmanischen Reiches entstanden. In den letzten Jahren seines Bestehens verlor das Studio an Ansehen und entwickelte sich nach und nach zu einem drittklassigen Fotoatelier, welches 1899 schließlich an Sébah und Joallier verkauft wurde.

ABNEY, R.E., Captain William de Wiveleslie

Sir William de Wiveleslie Abney (* 24. Juli 1843 in Derby; † 3. Dezember 1920 in Folkestone) war ein britischer Chemiker und Fotograf. Abney wurde als Sohn eines Geistlichen geboren. Nach Besuch der Königlichen Militärakademie diente er bei den Royal Engineers in Indien. Zurück in England 1869 arbeitete er als Lehrer für Chemie an der School of Military Engineering in Chatham. In dieser Stellung hatte er viel Zeit für seine chemischen Experimente. Hier begann er mit dem Fotografieren. Sein Buch von 1871 'Instructions in Photography' (Anweisungen zur Fotografie) wurde ein Standard-Werk.

1874 unternahm er eine Expedition nach Ägypten. Gemeinsam mit Warren de la Rue,[1] der die Teleskop- Vorrichtung baute, machte er astronomische Aufnahmen über den Transit der Venus. 2Abney hatte die Emulsion und die Entwickler-Flüssigkeit beigesteuert. Sie hatten über 2000 wunderschöne - aber nutzlose - Aufnahmen gemacht und waren um eine Erfahrung reicher. Abney konnte seinen Vorgesetzten zu einem "Survey" von Ägypten überzeugen, so dass er dort viele Aufnahmen machte, die er dann 1876 in seinem Buch "Thebes and Its Five Greater Temples" veröffentlichte. 1876 wurden drei seiner Fotografien auf der elften Schau der Société Francaise de Photographie ausgestellt. Die Einleitung des Katalogs vermerkt, dass die Albuminprints von Kollodiumnegativen stammte und dass die Vergrößerungen durch einen von ihm erfundenen Prozess hergestellt wurden. [3Er verließ Chatham 1877 und wurde Zivilangestellter der Abteilung „Wissenschaft und Kunst“. Schnell wurde er eine der Hauptfiguren in der britischen Fotografie. Abney arbeitete über die chemischen Grundlagen der Fotografie, vor allem der Farbfotografie. Außerdem lieferte er Beiträge zum Mehrfarbendruck, zur Farbenlehre (Abney-Gesetz: Die Leuchtdichte einer durchadditive Farbmischung erhaltenen Farbe ist gleich der Summe der Leuchtdichten der einzelnen Mischkomponenten) und zum Farbensehen sowie über Astrofotografie und Astrofotometrie. Der nach ihm benannte Abney-Effekt beschreibt die nur im menschlichen Auge erscheinende Farbveränderung durch Zumischung von Weiß. Weitere wahrnehmungspsychologische Erscheinungen sind nach ihm und Wilhelm von Bezoldzusammengefasst als Bezold-Abney-Phänomen benannt.

1878–79 entwickelte er Emulsionen für die Sofortbild- und Infrarotfotografie. Er erfand 1873 den Ölumdruck, entdeckte 1880 die Eignung des Hydrochinons als fotogra-fische Entwicklersubstanz. Jetzt war es möglich, entsprechendes Fotopapier für Abzüge herzustellen.

1870 trat er der Photographic Society (später bekannt als Photographic Society of Great Britain, bis heute als Royal Photographic Society) bei, die ihn 1878 als ersten mit ihrer Progress Medal [4] (engl. für Fortschrittsmedaille) auszeichnete. 1876 wurde er zum „Fellow“ der Royal Society gewählt, die ihn 1882 mit der Rumford-Medaille auszeichnete. Er war Präsident der Gesellschaft 1892-1894, 1896 und 1903-1905. Außerdem war er von 1893-95 Präsident der Royal Astronomical Society sowie von 1895-97 Präsident der Physical Society of London.

  1. aus: R. E. Abney: Paper IX. The Recent Transit of Venus. In: Papers on Subjects connected with the Duties of the Corps of Royal Engineers. New Series XXIII, 1876, S. 73.
  2. L. Vaczek and G. Buckland, Travelers in Ancient Lands (Boston: New York Graphic Society, 1981) S. 76
  3. Royal Photographic Society: Progress medal. Offizielle Webseite mit allen Preisträgern seit 1878.

ARNOUX, Hippolyte

Arnoux (active ca. 1860 - ca. 1890) was a French photographer and publisher. During the 1860s, he documented the excavation of the Suez Canal and published the resulting photographs as Album du Canal de Suez. At the same time, he occasionally worked with the Port Said photographic studio, Adelphoi Zangaki. In the late 1860s, Es ist belegt, dass Arnoux für kurze Zeit eine Partnerschaft mit dem Fotografen Antonio Beato in den späten 1860er hatte.

AUBIN, Edouard

Aubin führte ein Atelier in Beirut (E. Aubin & Cie) im Jahre 1867 und erstmals erwähnt im Guide Joanne in 1882. Von ihm sind nur sehr wenige Bilder bekannt. Auf der Rückseite seiner Cabinet-Fotografien ist er als Fotokünstler spezialisiert auf Kostüme und Orientansichten beschrieben. Auch sind einige Aktstudien des Fotografenbekannt.  
Er reichte im Jahr 1881 in der Nationalbibliothek eine außergewöhnliche Serie von 30 weiblichen Akten-Scheckkartenformat Album. Modelle gibt es die Posen, die für Aktstudien an Künstler gestellt: wenn manche Bilder nicht entgehen den belastenden Konventionen des Genres, andere Erfolgsgeschichten sind. Ein junges Modell, das Oriental durch dieschwere silberne Armbänder, Halsketten und Henna-Muster auf Hände und Füßeakzentuiert, nimmt sinnlichen Posen weit entfernt von der exotischen Erotik-Mode derOrientalist Maler und überstrapaziert durch viele mittelmäßige Fotografen am Ende des Jahrhunderts.

Aubin, photographe français installé à Beyrouth, est très peu connu. Il a déposé en 1881 à la Bibliothèque nationale une exceptionnelle série de trente nus féminins au format carte-album. Les modèles y prennent les poses que l'on demandait pour les études de nu destinées aux artistes : si certains clichés n'échappent pas aux pesantes conventions du genre, d'autres sont de belles réussites. Un jeune modèle, au type oriental encore accentué par les lourds bracelets d'argent, les colliers et les dessins au henné sur les mains et les pieds, prend des poses d'une sensualité bien éloignée de l'érotisme exotique mis à la mode par les peintres orientalistes et galvaudé par nombre de photographes médiocres à la fin du siècle.

http://www.abebooks.co.uk/book-search/title/orient/sortby/1/

http://photographesenoutremerasie.blogspot.de/2009/11/aubin-edouard-et-charlier-jean-baptiste.html

Aubin ist das Studio im Jahr 1867 in Beirut gegründet, dann an einen Händler assoziiert Beirut. Der Titel lautet: " . Fotograf Kunstwerke, Trachten und Ansichten des Ostens " Amateur Photographer ursprünglich aus Gard, installiert Johannes der Täufer Charlier eine Seidenfabrik im Libanon im Jahr 1845, dann im Jahre 1867 eröffnete eine Buchhandlung in Beirut mit seiner Frau Leonie Béziès. Er fotografiert aus dem 1860 Libanon, Palästina und Damaskus. Es produziert großformatige Alben mit dem Titel Ansichten von Beirut , und Souvenir d'Orient. Er verkaufte seine Negative zu Edouard Aubin, mit denen er zusammenarbeitete für mehrere Jahre. Aubin Alben verkauft Charlier: Es sind die Ansichten und Aubin diejenigen außerhalb des Studios. Die Fotos werden dann verkauft werden, F. und E. Beirut , aber Aubin wird noch im Jahr 1882 zitiert.

Etwa zur Jahrhundertwende wurde sein Geschäft von der Firma Melki& Manasseh übernommen. Dieses war noch 1914 aktiv. Für ein einzigartiges Album des Beiruter Photographen E. Aubin mit Darstellung orientalischer Händler wurden im Jahre 2010 bei einer Auktion bei Daniel Meyer 1.700 Euro erziehlt. www.onebillionvoices.de/downloads/pms/pm_kdm_2010_02.pdf

Unter dem Titel "Souvenirs d'Orient" ist ein Album mit 50 Photos aus dem Studio von E. Aubin & Cie bekannt geworden. Es zeigt zahlreiche Aufnahmen verschiedener Berufsgruppen.

http://laprecaritedusage.blog.lemonde.fr/2008/11/11/sattacher-sarracher-la-dialectique-du-nomade/

Bonfils, Felix (Paul Félix) (1831-1885)

Félix (Paul Félix) Bonfils kommt am  8.3.1831 in St-Hippolyte-du-Fort zur Welt. Der Ehemann von der ebenso berühmten Marie Lydie erlernte zunächst das Handwerk des Buchbinders. 1860 unternimmt er seine erste Reise in den Libanon anläßlich einer Expedition von  Napoleon III.  1865 Publizierte er sein erstes Foto-Albums im Auftrag des Architekten P.Chabrol: Notre Dames des Mineurs. Es wird vermutet, dass Bonfils sich in der Zeit von 1866-67 in Fotografie und Drucktechniken bei C.F. Abel Niépce de Saint Victor in Alés ausgebilden läßt. 1857 heiratet Félix Bonfils seine Frau Marie Lydie mit der er zehn Jahre später, also 1867 in Beirut und  auch auswärtige Niederlassungen ein Fotostudio eröffnet. Lydie Bonfils übernimmt hier die Portrait-Fotographie und die Geschäftsleitung.  Es entstehen Aufnahmen in Ägypten, Palästina, Syrien und Griechenland, auch viele Stereoansichten. 1871 präsentiert er seiner Arbeiten bei der Societé Française de Photographie. (S.F.P.). 1872 und 1877 entstehen seine Aufnahmen von Athen.  1872 Publiziert Bonfils Architecture Antique (Paris) mit 100 Fotografien des Nahen Ostens und läßt seine  Aufnahmen durch Agenten weltweit vertreiben. 1876 kehrt Bonfils nach Alés zurück  und veröffentlicht den  Catalogue des vues photographique de l'Orient.  
1880 Gründung einer Firma für Fototypien.  
 

Weitere Publikationen des Fotografen:

    Palestine et Syrie, Alès 187,

    Catalogue des vues photographique de l'Orient, Egypte, Palestine (terre-sainte), Syrie, Grèce et Constantinople, 1876;

    Souvenirs d'Orient,

    Album pittoresque des sites villes et ruines les plus remarkables de la Terre-Sainte (4 Bde),  Alés 1878 (weitere siehe Browne/Partnow 1983).

Auszeichnungen:

  • 1871 wird Félix Bonfils mit der Medallie der S.F.P.; 1878, '83 auf der Welt-Ausst. in Paris und Brüssel. 

Bonfils gehört zur zweiten Generation europäischer Fotografen, die nach Auguste Salzmann, Maxime Du Champ, Francis Frith und Francis Bedford u.a. im Nahen Osten arbeiteten. In Beirut schuf er mit topographischen Ansichten, Landschaften, orientalische Genreszenen, Trachten und Typenporträts eines der umfangreichsten, auch ökonomisch erfolgreichsten fotografischen Werke.  
Bereits 1871 berichtete er der S.F.P. von 591 vorrätigen Negativen, 15000 Abzügen und 9000 Stereoaufnahmen. In der Zeit des aufkommenden Tourismus verkaufte er seine Bilder in allen Ländern der Region an Reisende. Zu seinen wichtigsten Motiven gehörten religiöse Themen. Wohl mehr aus historischen und kommerziellen Interessen trug Bonfils, der Protestant war, einumfangreiches fotografisches Inventar aller frühen Stätten der Christenheit zusammen. Gemeinsam mit seinem Sohn Paul-Félix-Adrien, der ab 1878 sein Studiopartner in Beirut ist,  gelingen ihm die ersten Innenaufnahmen der Grabeskirche in Jerusalem und der Geburtskirche in Bethlehem.  
Die Autorschaft der Familie Bonfils ist nicht bei allen erhaltenen Fotografien gesichert, da er auch Negative anderer Fotografen, darunter von Emile Béchard, unter seinem Namen herausgab.  Am 31. August 1885 stirbt Félix Bonfils in Alés. 

 

Nach dem Tod von Félix Bonfils führt Adrien Bonfils (*8.8.1961 St.-Hippolyte-du-Fort, †29.1.1929 in Nizza) 1885, das Studio mit seiner Mutter weiter und stattet dieses mit technischen Neuerungen aus. Dank der Modernisierung des Studios stellte Adrien Bonfils das Atelier erfolgreich auf eine moderne Massenproduktion um und erweiterte den Bildbestand erheblich. Er fotografierte u.a. belebte Straßenszenen am Jaffator in Jerusalem mit den neuen Trocken-Negativplatten.  
Ab den 1890er Jahren zieht sich Adrien Bonfils aus dem Geschäft zurück. Im Alter von 36 Jahren heiratet er 1897. Im Jahre 1899 fertigte Adrien Bonfils sein letztes datierbares Foto und wendet sich von der Fotografie ab.  1900 übernimmt  Lydie die alleinige Leitung des Ateliers, das fünf Jahre später im Jahre 1905 zerstört wird.  Nach dem folgenden Wiederaufbau wird das Atelier dann 1907 an Abraham Guriagossian, der das Studio unter B. Guriagossian, succ. bis 1936 weiterführt verkauft.  
Lydie fotografierte vornehmlich soziale Szenen, etwa ein Gruppenportrait von unverschleierten Frauen.

 

Bonfils, Marie Lydie Cabanis Bonfils